Crypto Assets

Blockchain-gestützte Zuordnung von Rechten zu Personen


Crypto Assets

Von der "probatio diabolica" zur "probatio cryptographica"

English Version

This research project investigates whether the advantages of DLT-based registers of ownership suggest a switch to such systems, taking into account the differences in the various jurisdictions. Aiming at welfare maximization, this switch may require adjusting the rules on transfer of property including formalities, on insolvency and of course on land registers. In addition to this national perspective, we also study efficiency gains entailing from DLT-based cross-border property registration. Finally, we also consider how switching to DLT-based property registration in developing and transforming countries may affect justice and democracy by allowing the individuals to securely own property as foundation stone for economic and political participation.
The following research questions will be center-stage for the project:
• Which legal regime makes the assignment of rights to persons on the blockchain effective and efficient?

• Can DLT and Smart Contracts completely replicate the functionality of the highly developed public land register systems (particularly those of Germany, Austria and Switzerland)? Which transition problems and associated costs are to be expected? Considering existing land register systems, which advantages of a blockchain solution suggest a switch? Which disadvantages oppose?

• For which categories of movable assets could DLT overcome problems resulting from the absence of registers for movables as e.g. in Germany, Austria and Switzerland?

• Can DLT-based register system mitigate or replace formal requirements on transfer of real estate or rights therein without damaging their functionalities?

• Can and should the law support blockchain registries by a concept like “public faith in the blockchain”?

• Will blockchain registration make transfer and granting of intellectual property rights as safe and secure as the transfer of rights in tangible goods?

• How can the law ensure the reliability of the initial rights assignment on the blockchain? Which modes of initial rights assignment should be regarded as legally valid?

• What determines the hierarchy between possession and blockchain documentation and accordingly land register and blockchain documentation? Which legal adjustments need to be considered? Will owners have a choice between possession and DLT registration as evidence of property?

• Do crypto assets constitute a fourth category of goods besides real estate, chattel and incorporeal goods?

• What transaction should be valid if someone transfers the ownership of a good first on the blockchain and thereafter by transfer of possession (or vice versa)?

Deutsche Version

In dem Forschungsprojekt wird untersucht, welche Vorzüge DLT-gestützter Verfahren des Eigentumsnachweises vor dem Hintergrund unterschiedlicher Rechtsordnungen und bislang existierender Landregistersysteme einen Umstieg auf derartige Verfahren nahelegen. Mit dem Ziel der Wohlfahrtsoptimierung können in einzelnen Rechtsordnungen auch Anpassungen von Formvorschriften, von sachenrechtlichen Bestimmungen über den Eigentumserwerb, von insolvenzrechtlichen Bestimmungen und insbesondere von Regeln für vorhandene Grundbuchsysteme erforderlich erscheinen. Über Fragen der Anpassung nationalen Rechts hinaus werden aber auch Effizienzgewinne durch die mögliche Schaffung DLT-gestützter grenzüberschreitender Eigentumsregistrierungen und schließlich Gerechtigkeitsaspekte und demokratiepolitische Fragen der Eigentumssicherung als Basis wirtschaftlicher Teilhabe in Entwicklungs- und Transformationsländern in den Blick genommen. Im Rahmen dieses Projekts wird hierzu eine Auswahl aus den folgenden Forschungsfragen bearbeitet:

• Welche Ausgestaltung des Rechts macht die Zuordnung von Rechten zu Personen in der Blockchain effektiv und effizient?

• Lässt sich die Funktionalität der höchstentwickelten staatlichen Grundbuchsysteme (insb. Deutschland, Österreich, Schweiz) vollständig durch DLT (einschließlich Smart Contracts) abbilden? Mit welchen Übergangsproblemen und damit verbundenen -kosten ist dabei zu rechnen? Welche Vorteile einer Blockchain-Lösung können, insbesondere in Abhängigkeit vom jeweils bereits vorhandenen staatlichen Grundbuchsystem eine Umstellung nahelegen? Welche Nachteile sprechen dagegen?

• Für welche Kategorien beweglicher Güter könnte DLT die aus dem bisherigen Fehlen eines Mobilienregisters (etwa in Deutschland, Österreich und der Schweiz) resultierenden Probleme überwinden?

• Lassen sich die bisherigen für Verpflichtungs- und Verfügungsgeschäfte über Grundstücke geltenden Formvorschriften im Zusammenhang mit DLT-gestützten Transaktionen ohne Einbußen im Hinblick auf die Formzwecke abschwächen oder ersetzen?

• Kann und sollte das Recht die Zuordnung in einer Blockchain durch ein Konzept wie den „öffentlichen Glauben an die Blockchain“ unterstützen?

• Könnten DLT-gestützte Rechteübertragungen oder -einräumungen für Immaterialgüter eine vergleichbare Verkehrssicherheit wie für körperliche Gegenstände, insb. Grundstücke, bewirken?

• Wie kann das Recht die Zuverlässigkeit der erstmaligen Zuordnung auf der Blockchain sicherstellen? Welche Vorgänge der erstmaligen Zuordnung sollte das Recht als wirksam ansehen?

• Wodurch wird die Konkurrenz zwischen Besitz und Blockchain-Dokumentation bzw. Grundbuch und Blockchain-Dokumentation geregelt, und welche Anpassungen wären hierbei zu erwägen? Nach deutschem Recht ist die Konkurrenz zwischen dem Grundbuch und dem Besitz gesetzlich festgelegt. Sollen Eigentümer künftig die Methode des Eigentumsnachweises wählen dürfen?

• Wird mit Crypto-Assets (neben Grundstücken, beweglichen Sachen und unkörperlichen Gegenständen) eine vierte Kategorie von Gütern eingeführt?

• Was soll gelten, wenn jemand eine Sache zunächst auf der Blockchain und dann durch Besitzübertragung (oder umgekehrt) übereignet?